Baunormen im Fokus: Eike Becker im ARD-Morgenmagazin

Baunormen im Fokus: Eike Becker im ARD-Morgenmagazin

In seiner aktuellen Ausgabe widmete sich das ARD-Morgenmagazin einem der drängendsten gesellschaftspolitischen Themen der Gegenwart: dem Wohnungsbau. Neben Bundesbauministerin Verena Hubertz wurde auch Eike Becker, kürzlich ausgezeichnet mit dem Deutschen Baupreis 2026, zum Thema Baunormen und Baustandards interviewt. Hier ein Auszug:

Till Nassif (Moderator)
Für Sie als Architekt sind Baunormen grundsätzlich wichtig. Sind sie ein sinnvolles Instrument zur Sicherung von Qualität – oder inzwischen eher eine kostentreibende Einschränkung? 

Eike Becker (Architekt)
Über viele Jahre hinweg haben wir intensiv daran gearbeitet, hohe bauliche Standards zu entwickeln und kontinuierlich zu verbessern. In dieser Hinsicht sind wir sehr leistungsfähig geworden. Aktuell erleben wir jedoch, dass die Vielzahl an Normen und Regelungen ein Ausmaß erreicht hat, das das Bauen zunehmend erschwert. Wir sind super im Optimieren, aber jetzt haben wir eben so viele Standards und eben so viele Regeln und so viel optimiert, dass wir eben grade zurzeit nicht mehr bauen können und das muss man ändern. 

Sabine Scholt, ARD Hauptstadtstudio
Welche Konsequenzen sich daraus für die Politik ergeben, erläutert die Bundesbauministerin im Gespräch. 

Verena Hubertz (Bauministerin)
Bauen ist in Deutschland über Jahre hinweg immer komplexer, langsamer und damit auch teurer geworden. Diese Entwicklung wollen wir umkehren. 

Ein zentraler Ansatz ist der sogenannte Gebäudetyp E – das „E“ steht für „einfach“ oder auch „experimentell“. Ziel ist es, bewusst auf bestimmte Anforderungen zu verzichten, die zwar möglich, aber nicht zwingend notwendig sind. 

Ein Beispiel sind beheizte Treppenhäuser im Wohnungsbau. Hier stellt sich die Frage, ob der Nutzen den Aufwand rechtfertigt. Solche Standards treiben die Kosten und sollten kritisch überprüft werden.

Quelle: ARD Morgenmagazin, 24.04.2026