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Medienhaus,
Schwäbischer Verlag, Ravensburg
2008

Ein Gebäude wie das Medienhaus des Schwäbischen Verlages, das der Produktion von Lokal- und Regionalzeitungen, von Amts- und Anzeigenblättern, von Rundfunk- und Fernsehsendungen dient, kann man sich kaum als einen Monolith mit immer gleichen Fluren und Zimmern vorstellen. Die für den Verlag projektierte Architektur, gelegen ein Stück östlich des Bahnhofs auf einem Grundstück mit der Gestalt eines Dreiecks, hat folglich sehr eigene Umrisse, die auf den ersten Blick sehr frei wirken, auf den zweiten Blick aber erkennen lassen, wie sehr sie sich auf das bauliche und räumliche Gefüge der Umgebung einlassen.

Das gesamte Gebilde scheint sich von Westen nach Osten zu bewegen. Dieser Eindruck rührt daraus, dass alle 3 Flügel im Westen eine stumpfe, 2 Geschosse hohe, im Osten aber eine spitze, 3 bis 4 Geschosse hohe Seite haben. Die Bewegung findet mit den Spitzen der Flügel einen Abschluss, welcher die Grenze zwischen den jüngeren westlichen und älteren östlichen Stadtteilen markiert. Nachdrücklich würdigen die beiden Flügel im Norden – nicht allein mit ihrer Spitze, sondern auch mit ihrer Steigung auf 4 statt 3 Geschosse – die Bedeutung des aus dem 15. Jahrhunderet stammenden Gemalten Turmes an der noch erkennbaren Befestigung der Stadt.

Aus einer frühen Skizze mit der Andeutung der Umrisse dreier Fische entstanden, eint der Bau Längs- und Querflügel zu einer so homogenen wie organischen Architektur, die auf den Betrachter zuerst durch ihre dauernden, wechselnden Ein- und Ausschwünge wirkt. Bau und Raum, Innen und Außen, Positiv und Negativ stehen aufgrund der Verbindung, ja Verquickung der 3 Flügel und 4 Höfe unter großer Spannung.

Im Kontrast zur Horizontalität des Gebäudes steht die Vertikalität seiner Umhüllung. Aufgrund der Rücksetzung der Rundstützen des Skeletts kann die Haut wirklich wie ein einziger, bruch- und nahtloser, fließender, ja wogender Vorhang erscheinen. Geschosshohe Kastenfenster mit Jalousien wechseln sich mit gleich hohen, mal breiteren, mal schmaleren, gläsernen Paneelen ab, deren Oberfläche eine Schicht warmer Kupferfarbe trägt. Eine Schallschutzwand von ähnlicher Gestaltung hält an der Nordseite des Gebäudes den Lärm der Verkehrsstraße aus den Höfen fern.

Das Entree liegt im südlichen der 2 östlichen Höfe. Der Außen-Innen-Außen-Bezug wird auch an dieser Stelle betont, da der Blick vom Eingangshof durch das Foyer zum Gartenhof führt. Die der Öffentlichkeit zugänglichen Bereiche des Gebäudes – darunter ein Event Center, ein TV Studio, eine Cafeteria, ein Eltern-Kinder-Raum – finden sich im Erdgeschoss, Nachrichten-, Mantel- und Onlineredaktion im Ersten Obergeschoss. Das Dritte und Vierte Obergeschoss bieten Zugang zu Dachterrassen.

Was gewöhnlich nur mittige Erschließung genannt wird, ist hier ein Stück dynamischer Architektur: 2 gläserne Aufzüge und 4 Treppen mit jeweils einem Lauf. Die Drehung der Stellung vom einen zum nächsten Lauf ist nicht auf die Ersparnis, sondern auf das Erlebnis von Raum gerichtet, der mit einem rundlichen Oberlicht seinen Abschluss findet.

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