Seize

Seize

Wallhöfe,
Berlin
2000–2004

Altbau und Neubau des Wohn-, Geschäfts- und Bürohauses Wallstraße 16 liegen dicht an der Fischerinsel als dem südlichen Teil der Spreeinsel, auf genau halbem Wege zwischen dem Spittelmarkt und dem Märkischen Museum, im Bezirk Mitte. Mit einer Nutzfläche von etwa 6000 Quadratmetern im Altbau und etwa 2000 Quadratmetern im Neubau bietet der Komplex Gewerbe- und Wohnraum, der von Personen und Betrieben der »kreativen Industrien« – hier rund zweihundertsiebzig Menschen – nicht allein zum Arbeiten, sondern auch zum Wohnen genutzt wird.

Mit seinem Vorderhaus wie seinen drei Hinterhäusern und Hinterhöfen hat der Altbau die Gestalt eines Kamms mit vier Zacken. Erbaut 1908 teils für eine Putzfeder- und Rüschenfabrik, teils für eine Hutfabrik, wurden bei der Sanierung die historischen Spezifika dieser industriellen Architektur weitestgehend bewahrt. Das gilt für die dicken Mauern und die dicken Stützen sowie vor allem für die robusten »Preußischen Kappendecken«, eine berlinische Besonderheit aus Reihen von Eisenträgern, zwischen denen sich Ziegel- oder Betonsteine flach wölben.

Gleichwohl ist auch der Umbau deutlich sichtbar. Auf den fünf Geschossen des Vorderhauses ruhen nun zwei leicht versetzte Geschosse mit gläserner Fassade; die Wohnungen bieten eine schöne Aussicht nach Norden auf die Mitte von Berlin. Die drei Hinterhäuser und das vom einen zum anderen Hinterhaus führende Bauteil deckt nun ein Tonnendach ganz aus Stahl; auf diese Weise konnte ein offenes Dachgeschoss gewonnen werden. Der Farbigkeit von Fabriken des 19. und frühen 20. Jahrhundert entsprechend, strahlen nun sämtliche äußere Putzflächen in Ocker, Siena und Grau.

Gegenüber den drei alten Hinterhäusern steht in der Tiefe des Grundstücks ein kantiges Gebäude, dessen sieben Geschosse – fünf Normalgeschosse plus ein Staffelgeschoss plus ein kleines, nach Südosten kragendes Penthaus – reiner Neubau sind. Im Grunde ein schlichter Kasten, macht sich seine Architektur durch ihre drei Fassaden besonders. Beinahe knallrote Glastafeln laufen um sämtliche Geschosse, heben sich vom matten Aluminium der feinen Fensterrahmen und zarten Jalousien ab. Es ist, als ob hier das Beste aus dem Bürobau der 1960er-Jahre wieder belebt worden wäre.

Da es in der Nähe kaum Parkplätze gibt, bietet die Tiefgarage auf vier Geschossen einhundertzweiunddreißig Stellplätze.

 

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