Theodor-Loos-Weg

TLW

Theodor-Loos-Weg
Wohnhochhaus
Berlin
2016-2020

Im Rahmen eines Wettbewerbs des Beamten-Wohnungs-Vereins zu Berlin eG konnten sich Eike Becker_Architekten mit ihren Entwurf für einen Wohnturm am Theodor-Loos-Weg in der Gropiusstadt durchsetzen. Es ist das erste genossenschaftliche Projekt des Büros. Der Neubau nimmt die architektonische Formensprache des in den 70er Jahren errichteten Hochhausviertels auf und übersetzt sie in die moderne Zeit. Gropius Ursprungsplanung sah die Integration kleinerer Gebäude in das Hochhausviertel vor. An diese Idee knüpft der Entwurf an: ein fünfgeschossiges Stadthaus und ein eingeschossiger Pavillon sind über einen gemeinsamen Sockel mit dem Hochhaus verbunden. Hier findet sich ein Concierge Service sowie Flächen für Begegnung und nachbarschaftliche Aktivitäten. Ein großzügiges Entree als Ort der Begegnung verbindet das neue Gebäudeensemble, und die neuen Nachbarn mit den Bewohnern vor Ort. Durch die geometrische Überlagerung der beiden kleineren Baukörper und des Hochhauses wird eine harmonische Einbettung der neuen Bebauung in die Bestandsstruktur ermöglicht und die Höhe des Turms geschickt vermittelt. Gleichzeitig entsteht ein zum öffentlichen Raum orientierter Vorplatz, der mit den Nutzungen im Erdgeschoss korrespondiert. Der urbane Charakter des Entwurfs wertet den Standort insgesamt auf. Die neuen gemeinschaftlichen Angebote sollen  zur positiven Weiterentwicklung der Gropiusstadt beitragen.

Vertikale Verdichtung

Großsiedlungen wie die Gropiusstadt, das Märkische Viertel oder Marzahn-Hellersdorf wurden einst als Zeichen der Modernität und des Aufbruchs konzipiert. Architekten und Stadtplaner hatten sich hohe Ziele gesteckt: bezahlbare Mieten und ruhiges Wohnen im Grünen. Doch Hochhäuser wurden zum Synonym für misslungenen sozialen Wohnungsbau. Angesichts fehlender Bauflächen und eines sich immer stärker verschärfenden Wohnungsmangels werden Hochhäuser heute wiederentdeckt. Denn sie schaffen auf einer vergleichsweise kleinen Grundfläche viel Wohnraum. Und sie haben weitere positive Effekte: Es müssen weder das Straßennetz noch der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden. Auch der Bau zusätzlicher Schulen, Kindergärten oder Krankenhäuser ist nicht notwendig, vielmehr können bereits bestehende erweitert werden. Außerdem müssen vergleichsweise wenig Natur- und Grünflächen urbanisiert werden. Hätten die Bürger ein Mitspracherecht, wenn es um die Nachverdichtung der Stadt geht, würden 40 Prozent der Berliner mehr Hochhäuser bauen. So das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Statista.
Presseberichte
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