TickTack

TickTack

Villen in Seget,
Split / Kroatien
2008-2013

Mit über 200000 Einwohnern nimmt Split, das in Dalmatien als dem südlichsten Teil von Kroatien liegt, den zweiten Rang unter den Städten des Landes ein. Das für den Stadtteil Novelia Splitska bestimmte, von Norden nach Süden um etwa 4 Meter steigende Gelände hat eine Größe von etwa 312600 Quadratmetern. Die ganze Fläche wirkt – aufgrund ihrer lockeren, wie planlosen Bebauung mit Fabriken, Büro- und Wohnhäusern, die von autobahnähnlichen, asphaltierten Korridoren gefasst werden – ungemein zersiedelt; sie ist ein nach Entwicklung fast schreiendes Areal.

Der Entwurf meidet einerseits das gerade an der Adria leicht zugängliche, verlockende Malerische, anderseits die Monokultur sei es einer reinen Wohn- und Schlafstadt, sei es einer reinen Büro- und Fabrikstadt. Stattdessen schöpft der Vorschlag aus dem Besten der Erfahrung des 19. wie des 20. Jahrhunderts, setzt also auf einen Städtebau differenter Funktionen und differenter Architekturen. Aus gutem Grunde, das heißt um solcher Mischung und Dichte, um solcher urbaner Qualität willen, nimmt das Projekt auf die räumlichen und baulichen Bestände des bisher so wüsten Ortes nur wenig Rücksicht.

Die von Westen auf das Gelände führende Achse wird – hinter einem Tunnel unter den Spuren der nach Norden und Süden weisenden, verzweigten Autobahn – verlängert und dort in einen Boulevard verwandelt, der seinen Abschluss in einem großen Verkehrskreisel mit grüner Mittelinsel findet. Kleinere Hochhäuser mit Arkaden säumen den Boulevard zu beiden Seiten. Dem Rundplatz aber gibt das Konzept die Chance, sich zur »Krone« des Quartiers zu machen.

Aus 4 je 7 Geschosse hohen Blöcken mit Höfen, von denen keiner dem andern gleicht, ragt je ein 20 bis 35 Geschosse hoher Turm, von denen wiederum keiner dem andern ähnlich sieht und auch keiner dem andern die »Schau« stiehlt. Die Türme weisen mit ihren schmalen Seiten genau nach Norden, Osten, Süden, Westen. Es versteht sich, dass die Blöcke um den Rundplatz mindestens im Erdgeschoss und Ersten Obergeschoss allein öffentlichen kulturellen und kommerziellen Einrichtungen dienen.

Südlich des Boulevards finden sich räumliche und bauliche Strukturen, die sich im Gegenüber von je 2 oder 3 Körpern mal öffnen, mal schließen, dabei geschickt eine existente Straße mit dem Schwung eines großen S integrieren. Nördlich des Boulevards hingegen breitet sich über einem Einkaufszentrum ein Park aus. Während seine westliche Seite durch die Autobahn begrenzt wird, stehen an seiner östlichen Seite mehrere größere Wohnbauten. Sie haben alle die Gestalt eines großen U, das sich einerseits zum grünen Plateau öffnet, anderseits – durch Steigerung und Staffelung des Volumens – eine scharfe Kante zum Gelände nebenan bildet, das in seinem Zustand verharrt.

Wie bei Projekten solchen Umfangs üblich, sollen durchaus verschiedene Architekten die zahlreichen Gebäude entwerfen. Dem Anspruch der Nachhaltigkeit soll die intensive Nutzung geo- und solarthermischer Energien gerecht werden.

Ähnliche Projekte

ffeff

Büro- und Geschäftshaus,
Friedrichstraße 148, Berlin

ThF

Tempelhofer Hafen,
Berlin

PaLett

Hotel Steigenberger,
Flughafen BBI, Schönefeld (Berlin)

VNG

Hauptverwaltung Verbundnetz Gas AG,
Leipzig

Olivaer Platz

Restaurierung eines Wohngebäudes,
Berlin

Twotel

Hotelkomplex,
Europaviertel, Stuttgart

Romeo

Wohnhäuser an der Schaubühne,
Berlin

AKL 2.0

Europazentrale,
Bombardier Transportation, Berlin