Whiss

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Geschäftshaus Tegel,
Berlin
2010-2012

Das Ende von »Hertie« hinterließ 2009 in Berlin gleich mehrere größere Kaufhäuser, die nun umgenutzt und umgebaut werden. Dabei war das mit 9500 Quadratmetern größte unter diesen Warenhäusern erst Mitte der siebziger Jahre im Ortsteil Tegel eröffnet worden. Es stand und steht dort an der Ecke von Berliner Straße und Gorkistraße; jene ist eine reine Verkehrsstraße, diese eine reine Einkaufsstraße, genau gesagt eine Fußgängerzone, wie es sie spätestens seit den sechziger Jahren in jeder deutschen Stadt gibt.

Zwar hat das Kaufhaus, dank des Grundstücks gleich am Eingang der Einkaufsmeile und dank der U-Bahn-Station gleich vor der Tür, eine wirklich gute Lage; doch das missliche Verhältnis zwischen dem Eckbau an der Kreuzung und dem Langbau an der Straße einerseits, zwischen den Fassaden aus großen grauen Betontafeln und dem stumpfen Walmdach aus schwarzem Schiefer anderseits macht die Architektur zu genau dem, was der Berliner Architekt und Senatsbaudirektor Werner Düttmann eine »Boulette« genannt hätte.

Wenn die Medien Architektur präsentieren, dann bleiben sie so gut wie ganz auf den reinen schönen Neubau fixiert. In Wahrheit jedoch hat in deutschen Städten der Umbau – etwa der von Fabriken des 19. Jahrhunderts oder der von Büro- und Geschäftshäusern der fünfziger bis siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts – schon heute den größten Anteil an der Produktion von Architektur. Unter dem Aspekt der Ökologie ist diese Entwicklung nur zu begrüßen.

Der Umbau des Warenhauses Hertie in Tegel aber wird das klobige Gebilde auch ästhetisch attraktiv machen. Das gesamte Erdgeschoss wird sich durch Schaufenster nach außen öffnen. Waren die überlangen, von der Berliner Straße weit in die Gorkistraße führenden unteren Geschosse des Gebäudes bisher nur durch das leichte Zickzack von 7 Betonplatten und 7 Fensterstreifen geprägt, so wird dieser Teil des Hauses künftig deutlicher gegliedert. Das Artikulieren der Vertikalen wird dazu beitragen, dass die einzelnen Geschäfte ihre eigene Adresse bekommen.

Doch mehr als den Langbau wird der Umbau die oberen Geschosse des Eckbaus erfassen. Die teils geraden, teils gekippten Partien der Fassade werden gebrochen und gefaltet, um den Körper aus seiner Starre zu befreien, um ihm plastischen Charakter zu verleihen und um den Betrachter durch die Richtung der Falten in die Gorkistraße zu bewegen. Die Streifen der Oberflächen aus eloxiertem Aluminium werden oben links gestanzt; von hinten durch Kunstlicht verstärkt, werden sich an diesen Stellen die Logos der Läden des Geschäftshauses zeigen.

Bis auf das Einziehen zahlreicher Trennwände wird sich das Innere weniger verändert darbieten. Bei einer Mietfläche von insgesamt 7635 Quadratmetern werden die Läden Größen zwischen 130 und 2200 Quadratmetern haben. Im Untergeschoss werden wohl ein großes Lebensmittelgeschäft und kleine Gastronomie, im Erdgeschoss und Ersten Obergeschoss wohl ein Schuhgeschäft und 2 große Bekleidungsgeschäfte ihre Waren zum Verkauf bieten.

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